Die Traumatherapie

Es liegt mir besonders am Herzen, Menschen zu helfen, die immer noch an den Folgen traumatischer Erfahrungen leiden. Diese Folgen können uns tatsächlich ein Leben lang begleiten, solange ihre Ursache unverarbeitet bleibt. Mit spezifischen Methoden ist es heutzutage möglich, ein Trauma zu verarbeiten, so dass unser Gehirn es endlich als vergangen einordnen kann. Auch alte Wunden können heilen!

Was ist ein Trauma?

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und heißt Verletzung, es wird mittlerweile von jedem als psychische Verletzung verstanden.

Ein Trauma ist eine Erfahrung, die vom Gehirn nicht verarbeitet werden konnte.

Normale Erfahrungen verarbeiten wir im Gedächtnis, indem sie zuerst sortiert (Ort, Zeit und Ereignis mitsamt allen dazu gehörenden Sinneseindrücken sowie Gefühlen bilden zusammen eine Erinnerung) und dann als vergangen gespeichert werden.

Wenn jemand in einer Situation gerät, die er als potenziell lebensbedrohlich erlebt oder die mit überwältigenden Gefühlen von Angst und Hilflosigkeit verbunden ist, aktiviert sein Körper automatisch eine „Notfallreaktion“. In der Notfallreaktion funktionieren nur noch die Hirnregionen, die für unser Überleben zuständig sind. Das bewusste Denken sowie alle Hirnregionen, die für die Verarbeitung und Einordnung von Informationen zuständig sind, werden abgeschaltet. 

Weil die traumatische Erfahrung nicht verarbeitet werden kann, kann sie vom Gehirn nicht als vergangen eingeordnet werden und lebt deshalb weiter in Form von körperlichen und psychischen Symptomen.

Es kann später alles was in der traumatischen Situation vorgefallen ist (ein Geräusch, ein Geruch, ein Wort, …) dazu führen, dass der/die Betroffene das Gefühl hat, die Situation nochmals zu durchleben. Starke Gefühle der Angst oder der Hilflosigkeit sowie körperliche Reaktionen wie Atemnot und Herzrasen sind die Folge. Der Zusammenhang ist manchmal kaum bis gar nicht mehr zu erkennen.

Woran erkenne ich, dass es sich bei mir um ein Trauma handelt?

Unsere Reaktion auf traumatische Ereignisse hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Schwere und von der Art des Ereignisses sowie von den persönlichen Ressourcen, über die wir zu jenem Zeitpunkt verfügen.

Wenn Sie sich an einer bestimmten traumatischen Situation erinnern, haben Sie möglicherweise Symptome, die im Direkt Zusammenhang mit der Erfahrung stehen:

  • wiederholtes Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen, Gedanken, Flashbacks, Träumen oder Albträumen
  • Vermeiden von Gefühlen, Gedanken und Orten, die mit dem Trauma in Verbindung stehen
  • Übermäßige Wachheit oder Schreckhaftigkeit

Es gibt aber auch eine Reihe von Symptomen, die Folge einer traumatischen Erfahrung sind aber als solche nicht erkannt werden, weil sie erst eine Weile nach dem Ereignis auftreten:

  • Depressionen, Ängste, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Gedächtnisprobleme, zunehmende Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen, Gefühllosigkeit, sexuelle Schwierigkeiten, psychosomatische Beschwerden u.a.

Wenn Sie Gedächtnislücken für bestimmte Ereignisse oder Zeitspannen in Ihrem Leben haben, wenn Sie unter unerklärlichen körperlichen oder psychischen Symptome leiden oder wenn Sie immer wieder ohne ersichtlichen Grund von Ihren Gefühlen überwältigt werden, gibt es möglicherweise Erlebnisse in Ihrem Leben, die für Sie traumatisch waren und nie verarbeitet worden sind.

Das seelische Trauma / Wenn die Seele verloren geht

Jede/r von uns kommt auf die Welt mit der angeborenen Tendenz zur Selbstverwirklichung. Jedes Kind hat von Anfang an eine eigene Persönlichkeit, spezielle Vorliebe und Talente, Bedürfnisse und jedes Kind weiß sehr genau, was es will. Es passiert aber oft, dass Erwachsene etwas ganz anderes wollen, Erwachsene, die meistens als Kind selbst unterdrückt wurden. Und so werden viele von uns von klein auf mehr oder weniger geformt und verformt. Je mehr wir uns anpassen und von unserem eigentlichen Weg abkommen, desto mehr verlieren wir uns selbst. Die Folgen sind die Entstehung von psychischen und körperlichen Leiden jeglicher Art: Ängste, Zwänge, Essstörungen, anhaltende und rezidivierende Depressionen, niedriges Selbstwertgefühl und Mangel an Selbstvertrauen, selbstverletzendes Verhalten, unerklärliche körperliche Beschwerden, Gefühl der Sinnlosigkeit uvm.

Wie heilt man traumatische Erfahrungen?

Das Wichtigste ist, eine emotionale Stabilität zu erlangen, so dass der Alltag wieder erträglich ist und Gefühle der Hoffnung und der Freude sich wieder einstellen können. Wenn diese emotionale Stabilität erreicht ist, kann das traumatische Ereignis selbst verarbeitet werden. Das Geschehene kann nicht gelöscht werden, aber es kann vom Gehirn so verarbeitet werden, dass die –unbewusste- Erinnerung daran Sie nicht mehr verfolgt und emotional immer wieder aufs Neue umhaut.

Traumaspezifische Techniken

EMDR

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet und wurde von Dr. Francine Shapiro (USA) zur Behandlung von Traumata entwickelt.

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Die Forschungsergebnisse zeigen: nach der Behandlung einer einfachen posttraumatischen Belastungsstörung mit EMDR fühlen sich 80 Prozent der Patientinnen und Patienten deutlich entlastet – und das bereits nach wenigen Sitzungen. Ein zentrales Element der EMDR-Behandlung ist die Nachverarbeitung der belastenden Erinnerung unter Nutzung bilateraler Stimulation: die Patientin bzw. der Patient wird  wiederholt angeleitet, kurzzeitig mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu gehen, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, Töne oder kurze Berührungen z. B. des Handrückens - so genannte „Taps“) durchgeführt wird. Diese Stimulation unterstützt das Gehirn, die blockierte Verarbeitung der belastenden Erinnerungen zu aktivieren und ihre zügige Verarbeitung zu ermöglichen.

Die Hypnose (allgemeine Informationen über die Hypnose entnehmen Sie bitte aus dem Beitrag Hypnose – s. Menüleiste)

In der Traumatherapie wird die Hypnose wie folgt angewandt:

  • Wohlfühlort/Sicherer Ort: ein innerer Wohlfühlort wird mithilfe der Fantasie und des Unterbewusstseins kreiert, um ein sicheres Wohlgefühl im Hier und Jetzt erleben zu können.
  • Tresor: bedrohliches Material wird zwischengelagert, so dass die Aufmerksamkeit sich auf angenehme und zielführende Themen richten kann.
  • Schutz: ein Schutzmantel o.ä. wird kreiert, um Abgrenzung und Schutzgefühl zu ermöglichen.
  • Begegnung mit inneren Helfern: unsere Persönlichkeitsanteile können wir in der Hypnose begegnen und sie um Unterstützung bitten.
  • Begegnung mit dem „Problem“ Anteil: unsere Symptome enthalten Botschaften für uns. Auch diesen Symptomen können wir in der Hypnose ein Gesicht geben und Ihnen unsere Unterstützung anbieten…
  • Zukunftsprojektion: Erleben einer naheliegenden Zukunft, wenn das Trauma verarbeitet ist. Was ändert sich? Was ist alles möglich?
  • Heilung des inneren Kindes: es ist der Kern der Traumatherapie von Kindheitstraumata. Das innere Kind ist eine Metapher für alle Verletzungen aus der Kindheit, die nie geheilt worden sind. Diese Verletzungen begegnen uns in der Hypnose in Gestalt unseres jüngeren Ich. Das jüngere Ich ist aber nicht mehr hilflos und ausgeliefert, sondern es stehen ihm starke und resolute Helfer zur Seite, so kann die Geschichte neu geschrieben werden und Gefühle der Angst und Hilflosigkeit werden überschrieben.
  • Ressourcen aktivieren: Fähigkeiten und Vorlieben können wieder aufgerufen und im Körper verankert werden, so dass die dazugehörigen kraftvollen Gefühle auch in schwierigen Situationen abrufbar sind.
  • Und noch vieles mehr.

Die Hypnose macht sich die Tatsache zu Nutze, dass unser Gehirn kein Unterschied zwischen Realität und Fantasie macht. Es heißt, es sind die Möglichkeiten der Hypnose keinen Grenzen gesetzt, denn Fantasie ist unbegrenzt. Wenn nichts mehr hilft, wird gezaubert! Entscheidend ist nur, wie Sie sich dabei fühlen, das Gehirn übernimmt automatisch die Gefühle, die sich am besten anfühlen.